Flugfunkfrequenzen richtig sprechen und bestätigen
Lerne, wie du Flugfunkkanäle mit einzelnen Ziffern, Komma und der richtigen Stellenzahl sprichst, hörst und sicher zurückliest.
Mit KI-Unterstützung erstellt · redaktionell geprüft und von FlyTalk verantwortet. Methodik

Die direkte Antwort
Flugfunkkanäle sprichst du als klar getrennte Ziffernfolge mit „Komma“ an der Dezimalstelle. Nach der aktuellen deutschen Sprechfunkfestlegung werden grundsätzlich alle sechs Ziffern der numerischen VHF-Kanalbezeichnung übermittelt. Enden die fünfte und sechste Ziffer beide auf null, werden nur die ersten vier Ziffern gesprochen. Ein neu zugeteilter Funkkanal gehört außerdem zu den Angaben, die stets zurückzulesen sind.
In diesem Briefing
Die amtliche Regel vor der Lernabkürzung
Maßgeblich sind die aktuellen amtlichen Veröffentlichungen. Die geltenden deutschen Regeln zum Übermitteln und Aussprechen von Zahlen findest du über das Luftfahrthandbuch Deutschland sowie in der von der DFS bereitgestellten Sprechfunk-NfL 2024-1-3266.
Die Festlegung unterscheidet nicht danach, welche Schreibweise dir auf einem bestimmten Display vertraut erscheint. Sie beschreibt, wie die numerische Kennung im Sprechfunk zu übermitteln ist. Lerne deshalb nicht „Nachkommastellen kann man meistens weglassen“, sondern die präzise Regel:
- grundsätzlich alle sechs Ziffern der numerischen VHF-Kanalbezeichnung,
- nur wenn die fünfte und sechste Ziffer null sind, die ersten vier Ziffern,
- Ziffern einzeln sprechen,
- Dezimalstelle mit „Komma“ beziehungsweise „Decimal“ kennzeichnen.
Diese Regel verhindert, dass ähnliche Kanalbezeichnungen durch eine frei gewählte Kurzform ununterscheidbar werden.
Ziffern einzeln und eindeutig sprechen
Bei Funkkanälen werden die Ziffern nicht als normale Dezimalzahl vorgelesen. Aus 118.025 wird auf Deutsch nicht „einhundertachtzehn Komma fünfundzwanzig“. Die amtliche Beispielaussprache lautet sinngemäß als getrennte Folge: eins eins acht Komma null zwo fünf.
Für die deutsche Ziffernaussprache gilt unter anderem:
| Ziffer | Sprechform |
|---|---|
| 0 | null |
| 1 | eins |
| 2 | zwo |
| 3 | drei |
| 4 | vier |
| 5 | fünf |
| 6 | sechs |
| 7 | sieben |
| 8 | acht |
| 9 | neun |
Gerade zwo ist kein Schreibfehler und kein Stilmittel von FlyTalk, sondern die veröffentlichte deutsche Sprechform der Ziffer 2. Sie hilft, Verwechslungen im Funk zu reduzieren. Beim englischen Sprechfunk gelten die veröffentlichten englischen Ausspracheformen; „Decimal“ ersetzt dort das deutsche „Komma“.
Wann die verkürzte Kanalangabe zulässig ist
Die Ausnahme lässt sich an zwei amtlich erläuterten Mustern erkennen:
118.000endet an fünfter und sechster Stelle auf null. Gesprochen wird: eins eins acht Komma null.118.100erfüllt dieselbe Bedingung. Gesprochen wird: eins eins acht Komma eins.
Bei 118.005, 118.010, 118.025 oder 118.050 greift diese Ausnahme dagegen nicht. Die numerische Kennung wird mit den entsprechenden drei Stellen nach dem Komma übermittelt. Entscheidend sind nicht Länge oder Gewohnheit, sondern die konkrete Ziffernfolge.
Ein verbreiteter Lernfehler besteht darin, nur die auf dem Funkgerät optisch auffälligen Stellen zu sprechen. Das kann zufällig richtig wirken, bildet aber keine belastbare Regel. Ordne deshalb beim Üben jede gehörte Ziffer ihrer Position zu.
Funkkanal und 8,33-kHz-Fähigkeit nicht vermischen
Die Bezeichnung eines konkreten Funkkanals ist etwas anderes als eine Aussage über die 8,33-kHz-Fähigkeit der Ausrüstung. Die Phraseologie enthält für die Abfrage dieser Fähigkeit eigene Sprechgruppen wie „Bestätigen Sie acht Komma drei drei“. Diese Angabe bezeichnet nicht automatisch den Kanal, auf den gewechselt werden soll.
Frage dich vor dem Readback:
- Wurde mir ein konkreter Kanal zugeteilt?
- Wurde die Fähigkeit der Ausrüstung abgefragt?
- Soll ich auf einer Frequenz bleiben, sie beobachten oder eine andere Funkstelle rufen?
Erst die Kommunikationsfunktion bestimmt die Antwort. Eine vertraute Zahlenfolge darf nicht dazu führen, dass du aus einer Ausrüstungsfrage einen Frequenzwechsel ableitest.
Einen Kanalwechsel vollständig zurücklesen
Neu zugeteilte Funkkanäle gehören nach der aktuellen Festlegung zu den Angaben, die stets zu wiederholen sind. Ein sauberer Readback verbindet den Kanal mit dem tatsächlichen Auftrag und, soweit für die Sprechgruppe vorgesehen, der adressierten Funkstelle und dem eigenen Rufzeichen.
Für das Training kannst du die Meldung in drei Bausteine zerlegen:
- Handlung: kontaktieren, überwachen oder auf der Frequenz bleiben,
- Ziel: genannte Funkstelle,
- Kanal: vollständige numerische Kennung in korrekter Aussprache.
Sprich den Kanal nicht isoliert, wenn dadurch die Handlung offenbleibt. Umgekehrt reicht „Wechsle zu Information“ nicht, wenn der konkrete Kanal Teil des Auftrags war. Der Readback-Guide ordnet Funkkanäle zusammen mit den übrigen sicherheitsrelevanten Angaben ein.
Hören, notieren und erst dann senden
Zahlendreher entstehen häufig nicht beim Sprechen, sondern beim Übergang vom Hören zur Mitschrift. Nutze für Kanalangaben ein gleichbleibendes Raster mit drei Stellen vor und drei Stellen nach dem Dezimalzeichen. Lasse jede Position sichtbar, auch wenn du nach der amtlichen Ausspracheregel später nur eine Nachkommastelle sendest.
Ein möglicher Lernablauf:
- Kanal einmal vollständig hören,
- sechs Stellen positionsgetreu notieren,
- prüfen, ob die beiden letzten Stellen null sind,
- passende Sprechlänge wählen,
- Auftrag und Kanal zusammen zurücklesen,
- nach dem Readback auf eine Korrektur weiterhören.
Das Raster ist eine FlyTalk-Lernmethode und keine vorgeschriebene Cockpit-SOP. Es soll die amtliche Ausspracheregel sichtbar machen. Der Beitrag zum Hearback nach dem eigenen Readback erklärt den anschließenden Hörschritt.
Ähnliche Kanalfolgen als Kontrast trainieren
Ein einzelner, immer gleicher Übungskanal erzeugt schnell Wiedererkennung, aber noch kein belastbares Hörvermögen. Stelle deshalb bewusst Folgen gegenüber, die sich nur an einer Position unterscheiden. Geeignet sind beispielsweise ein Trainingswert mit innerer Null, ein Wert mit drei gesprochenen Nachkommastellen und ein Wert, bei dem die Kürzungsregel greift. Verwende ausschließlich didaktische Zahlenfolgen und prüfe ihre Aussprache anschließend gegen die amtliche Tabelle.
Der Trainingsschritt besteht nicht darin, möglichst viele Werte schnell zu lesen. Du sollst die Position der Abweichung benennen können:
- Liegt der Unterschied vor oder nach dem Komma?
- Wurde eine Null ausgelassen oder tatsächlich nicht gesprochen?
- Greift die Ausnahme für zwei abschließende Nullen?
- War „zwo“ eine Ziffer des Kanals oder Teil einer anderen Meldungsgröße?
Lass anschließend denselben Kanal in verschiedene vollständige Aufgaben einbetten: einmal als neu zugeteilten Kanal, einmal in einer Wiederholungsaufforderung und einmal in einer Meldung mit zusätzlichem SSR-Code. So lernst du, Kanal und Funktion auch dann zusammenzuhalten, wenn mehrere Zahlenarten vorkommen.
Bewerte jeden Durchgang getrennt nach Ziffernfolge, Dezimalstelle, Sprechlänge und Auftrag. Eine richtige Zahl bei falscher Handlung ist noch kein richtiger Funkturn. Ebenso darf eine korrekt erkannte Wechselanweisung einen Zahlendreher nicht verdecken. Erst wenn alle vier Ebenen stabil sind, erhöhst du Tempo oder Meldungslänge.
Deutsch und Englisch getrennt festigen
Übertrage eine deutsche Zahlenfolge nicht Wort für Wort in eine selbst erfundene englische Aussprache. Trainiere beide Sprachen jeweils mit den veröffentlichten Formen. Das betrifft besonders „Komma/Decimal“, „zwo/Two“ und die standardisierte Aussprache englischer Ziffern.
Ein sinnvolles Übungspaar besteht aus derselben numerischen Kennung in zwei getrennten Durchgängen:
- Anzeige lesen und deutsche Sprechform bilden,
- Anzeige erneut lesen und englische Sprechform bilden,
- beide Aufnahmen gegen die aktuelle Tabelle prüfen,
- erst danach in einen vollständigen Funkturn einbauen.
So bleibt der Kanal identisch, während die sprachliche Codierung bewusst wechselt. Der Wissensbereich Englischer Flugfunk führt diese Trennung für weitere Zahlen und Sprechgruppen fort.
Typische Fehler bei Flugfunkkanälen
- Eine Kanalbezeichnung wie eine normale Dezimalzahl aussprechen.
- „zwei“ statt der festgelegten deutschen Form „zwo“ verwenden.
- Nachkommastellen nach Gefühl kürzen.
- Eine führende oder innere Null überhören.
- Kanalangabe und 8,33-kHz-Ausrüstungsfähigkeit verwechseln.
- Nur den Zahlenwert, aber nicht den Kanalwechsel bestätigen.
- Nach dem Readback nicht auf eine berichtigte Ziffer hören.
Häufige Fragen
Wie spreche ich 118.025 im deutschen Flugfunk?
Die Ziffern werden einzeln gesprochen, mit „Komma“ an der Dezimalstelle: eins eins acht Komma null zwo fünf. Prüfe für den realen Betrieb immer die aktuelle amtliche Veröffentlichung und den tatsächlich zugeteilten Kanal.
Warum wird 118.000 kürzer gesprochen?
Wenn die fünfte und sechste Ziffer der numerischen Kennung beide null sind, erlaubt die Festlegung die Übermittlung der ersten vier Ziffern. Daher lautet die veröffentlichte Form für 118.000: eins eins acht Komma null.
Muss ich einen neu zugeteilten Funkkanal zurücklesen?
Ja. Neu zugeteilte Funkkanäle stehen in der veröffentlichten Liste der Angaben, die stets zu wiederholen sind. Der Readback sollte den tatsächlichen Auftrag eindeutig abbilden.
Ist „acht Komma drei drei“ bereits eine Kanalangabe?
Nicht automatisch. In den Sprechgruppen zur Ausrüstungsfähigkeit bezeichnet „acht Komma drei drei“ die 8,33-kHz-Fähigkeit. Ein konkreter Funkkanal wird als eigene numerische Kennung übermittelt.
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- Praxisfunk mit Voice-Coach
Quellen und fachlicher Stand
Sicherheitsgrenze: Dieser Beitrag dient der Aus- und Weiterbildung. Für Prüfung, Flugvorbereitung und realen Flugbetrieb gelten ausschließlich die aktuellen amtlichen Veröffentlichungen, lokalen Verfahren, Freigaben und Anweisungen.
Was häufig schiefgeht
- Einen Mustersatz aufsagen, obwohl Funkstelle, Zustand oder Pflichtbestandteil nicht passt.
- Rufzeichen, Zahlen oder rücklesepflichtige Angaben auslassen, weil der Sinn vermeintlich klar ist.
- Roger, Wilco und einen vollständigen Readback als austauschbare Bestätigung behandeln.
Was du damit trainieren kannst
- Funkstelle, Rufzeichen, Absicht und Pflichtbestandteile in einer stabilen Reihenfolge formulieren.
- Veränderte Werte hören, kurz halten und vollständig in den eigenen Funkspruch übertragen.
- Unklarheiten knapp melden, statt einen nicht verstandenen Inhalt plausibel zu ergänzen.
Kurzantworten zum Thema.
Die Antworten fassen den Artikel zusammen und führen bei veränderlichen Angaben zurück zu den aktuellen Primärquellen.
Wie spreche ich 118.025 im deutschen Flugfunk?
Die Ziffern werden einzeln gesprochen, mit „Komma“ an der Dezimalstelle: eins eins acht Komma null zwo fünf. Prüfe für den realen Betrieb immer die aktuelle amtliche Veröffentlichung und den tatsächlich zugeteilten Kanal.
Warum wird 118.000 kürzer gesprochen?
Wenn die fünfte und sechste Ziffer der numerischen Kennung beide null sind, erlaubt die Festlegung die Übermittlung der ersten vier Ziffern. Daher lautet die veröffentlichte Form für 118.000: eins eins acht Komma null.
Muss ich einen neu zugeteilten Funkkanal zurücklesen?
Ja. Neu zugeteilte Funkkanäle stehen in der veröffentlichten Liste der Angaben, die stets zu wiederholen sind. Der Readback sollte den tatsächlichen Auftrag eindeutig abbilden.
Ist „acht Komma drei drei“ bereits eine Kanalangabe?
Nicht automatisch. In den Sprechgruppen zur Ausrüstungsfähigkeit bezeichnet „acht Komma drei drei“ die 8,33-kHz-Fähigkeit. Ein konkreter Funkkanal wird als eigene numerische Kennung übermittelt.
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