Frequenzwechsel: warum der neue Kontakt wieder sauber beginnt

Nach einem Frequenzwechsel startest du bei der neuen Funkstelle wieder mit Station, Rufzeichen und Kontext. Abkürzungen gelten nicht automatisch weiter.

Redaktionell verantwortlich: Christian Kirsch, Flytalk.ai.

Ein Frequenzwechsel fühlt sich wie ein technischer Schritt an: Frequenz drehen, PTT drücken, weiterreden. Im Funkverfahren ist er aber ein neuer Kontakt mit einer neuen Stelle.

Das bedeutet: Du beginnst wieder sauber. Die neue Stelle muss wissen, wer du bist, wo du bist und was du willst oder was dir übertragen wurde.

Frequenzwechsel zurücklesen

Wenn der Lotse dir eine neue Frequenz gibt, ist die Frequenz selbst ein Pflicht-Readback.

Lotse:

> D-EZGG, rufen Sie Braunschweig Turm eins eins acht Komma sechs null.

Pilot:

> Braunschweig Turm eins eins acht Komma sechs null, D-EZGG.

Danach stellst du die Frequenz ein und rufst die neue Stelle.

Neuer Erstkontakt

Auf der neuen Frequenz beginnst du nicht mit einem losen Satz wie "bin da" oder "abflugbereit". Du rufst die Station und nennst dein Rufzeichen.

Gut:

> Braunschweig Turm, D-EZGG.

Oder mit Kontext:

> Braunschweig Turm, D-EZGG, Rollhalt Piste null acht, abflugbereit.

Welche Variante passt, hängt vom Verfahren ab. Wichtig ist: Die neue Funkstelle wird eindeutig angesprochen.

Rufzeichen-Abkürzung gilt nicht überall automatisch

Wenn eine Funkstelle dein Rufzeichen abkürzt, darfst du diese Abkürzung auf dieser Frequenz verwenden. Nach einem Wechsel ist das aber nicht automatisch auf die neue Stelle übertragbar.

Beispiel:

  1. Ground kürzt "D-EZGG" zu "D-GG" ab.
  2. Du wechselst zum Tower.
  3. Der Tower hat dich noch nicht abgekürzt.

Dann ist beim neuen Kontakt das vollständige Rufzeichen sauberer:

> Braunschweig Turm, D-EZGG, Rollhalt Piste null acht, abflugbereit.

Erst wenn der Tower selbst "D-GG" sagt, kannst du diese Abkürzung übernehmen.

Warum das im Training streng sein sollte

Frequenzwechsel sind eine klassische Fehlerstelle:

  • Frequenz wird nicht zurückgelesen.
  • Auf der neuen Frequenz fehlt die gerufene Station.
  • Ein abgekürztes Rufzeichen wird übernommen, obwohl die neue Stelle noch nicht abgekürzt hat.
  • Der Schüler meldet einen Zustand, ohne Kontext zu geben.

Ein gutes Training soll diese Fehler nicht "irgendwie verstehen", sondern sichtbar machen.

Mini-Drill

Ground:

> D-EZGG, rufen Sie Turm eins eins acht Komma sechs null.

Pilot:

> Turm eins eins acht Komma sechs null, D-EZGG.

Neuer Kontakt:

> Braunschweig Turm, D-EZGG, Rollhalt Piste null acht, abflugbereit.

Tower:

> D-GG, Wind eins sechs null Grad, acht Knoten, Piste null acht, Start frei.

Pilot:

> Piste null acht, Start frei, D-GG.

Jetzt ist die Abkürzung durch den Tower eingeführt.

Merksatz

Neue Frequenz, neuer Kontakt: Station rufen, Rufzeichen sauber nennen, Kontext liefern.

Quellen

  • DFS Deutsche Flugsicherung: Bekanntmachung über die Sprechfunkverfahren, NfL 2024-1-3266.
  • Bundesnetzagentur: Flugfunkzeugnisse und BZF-Prüfungsunterlagen.

Amtliche Referenzen