Start frei, Landung frei und Touch-and-Go: warum ein einzelnes frei nicht reicht
Start- und Landefreigaben sind feste Freigabeformeln. Hier lernst du, warum 'frei' allein im BZF-Funk nicht als korrektes Readback reicht.
Redaktionell verantwortlich: Christian Kirsch, Flytalk.ai.
Im Alltag klingt "frei" eindeutig. Im Flugfunk reicht das nicht. Eine Freigabe muss erkennen lassen, wofür sie gilt: Start, Landung oder Aufsetzen und Durchstarten. Genau deshalb trainiert Flytalk diese Wörter streng.
Der Schüler soll nicht lernen: "Irgendwo kam das Wort frei vor, also war die Antwort richtig." Er soll lernen: Welche Freigabe wurde gegeben und welche feste Formel muss ich zurücklesen?
Die drei Freigaben, die du trennen musst
| Situation | Erwartete Freigabeformel | Warum "frei" allein falsch ist | |-----------|--------------------------|--------------------------------| | Start | Piste 08, Start frei | Ohne "Start" ist nicht klar, dass es eine Startfreigabe ist. | | Landung | Piste 08, Landung frei | Ohne "Landung" fehlt der Zweck der Freigabe. | | Touch-and-Go | Piste 08, frei zum Aufsetzen und Durchstarten | Touch-and-Go ist weder normale Landung noch normaler Start. |
Wenn der Lotse "Piste null acht, Start frei" sagt, muss dein Readback die Piste und die Startfreigabe enthalten.
Gut:
> Piste null acht, Start frei, D-EZGG.
Nicht ausreichend:
> Piste null acht, frei, D-EZGG.
Das zweite Beispiel enthält zwar die Piste und das Wort "frei", aber nicht die eindeutige Startfreigabe.
Landung frei ist eine eigene Freigabe
Bei der Landung gilt dieselbe Logik. "Landung frei" ist nicht einfach ein netter Zusatz, sondern die Freigabeformel.
Gut:
> Piste null acht, Landung frei, D-EZGG.
Nicht ausreichend:
> Piste null acht, frei, D-EZGG.
Gerade in der Prüfung ist das wichtig, weil Prüfer hören wollen, ob du Freigabearten sauber trennst.
Touch-and-Go: exakt sagen, was erlaubt wurde
Touch-and-Go ist eine Sonderform. Du darfst aufsetzen und direkt wieder starten. Deshalb reicht weder "Landung frei" noch "Start frei".
Gut:
> Piste null acht, frei zum Aufsetzen und Durchstarten, D-EZGG.
Falsch oder unvollständig:
> Piste null acht, Landung frei, D-EZGG.
> Piste null acht, Start frei, D-EZGG.
> Piste null acht, frei, D-EZGG.
Alle drei Varianten verfehlen den Kern: erlaubt wurde Aufsetzen und Durchstarten.
Warum Flytalk hier streng ist
Bei vielen Sprechfunkfehlern kann man aus dem Kontext erraten, was gemeint war. Genau das ist aber im Training gefährlich. Wenn ein System "frei" als "Start frei" akzeptiert, lernt der Schüler eine Abkürzung, die im echten Funk nicht sauber ist.
Deshalb gilt im Training:
- "frei" allein zählt nicht als "Start frei".
- "frei" allein zählt nicht als "Landung frei".
- Touch-and-Go braucht "frei zum Aufsetzen und Durchstarten".
- Die Piste bleibt zusätzlich Pflichtinhalt.
Mini-Drill
Lotse:
> D-EZGG, Wind eins sechs null Grad, acht Knoten, Piste null acht, Start frei.
Pilot:
> Piste null acht, Start frei, D-EZGG.
Lotse:
> D-EZGG, Wind eins fünf null Grad, zehn Knoten, Piste null acht, Landung frei.
Pilot:
> Piste null acht, Landung frei, D-EZGG.
Lotse:
> D-EZGG, Piste null acht, frei zum Aufsetzen und Durchstarten.
Pilot:
> Piste null acht, frei zum Aufsetzen und Durchstarten, D-EZGG.
Merksatz
Das Wort "frei" ist kein Ersatz für die Freigabeart. Sage Start, Landung oder Aufsetzen und Durchstarten eindeutig mit.
Quellen
- DFS Deutsche Flugsicherung: Neues Sprechfunk-NfL 2024-1-3266 und Bekanntmachung über die Sprechfunkverfahren.
- Bundesnetzagentur: Flugfunkzeugnisse und BZF-Prüfungsunterlagen.