Wetter · Praxis-Briefing

METAR lesen: Wind, Sicht, Wetter, Wolken und QNH

Eine METAR-Wettermeldung Schritt für Schritt entschlüsseln – mit CAVOK-Grenzen, Wolkencodes und einem klar markierten Lernbeispiel.

METAR lesen: Wind, Sicht, Wetter, Wolken und QNH – FlyTalk Praxis-Briefing im Themenbereich Flugwetter und Funkvorbereitung
VFR-Verfahren und Flugfunk-SzenarienFlugwetter und Funkvorbereitung
Kurz erklärt

Die direkte Antwort

METAR ist eine codierte Routinewettermeldung für einen Flugplatz. Sie beschreibt eine Beobachtung zu einem bestimmten Zeitpunkt, keine persönliche VFR-Freigabe und keine Streckenvorhersage. Ausgabefrequenz und Umfang ergeben sich aus dem meteorologischen Dienst und dem jeweiligen Flugplatz; „immer zur vollen und halben Stunde“ ist keine universelle Regel.

In diesem Briefing

Die kurze Antwort

Lies eine METAR von links nach rechts: Meldungstyp, ICAO-Ortskennung, Beobachtungszeit, Wind, Sicht, Wetter, Wolken, Temperatur/Taupunkt, QNH und mögliche Zusatz- oder Trendgruppen. Beurteile danach erst die Bedeutung für Route, Flugzeug und persönliche Minima. Eine einzelne METAR beantwortet nicht, ob ein kompletter VFR-Flug sicher durchführbar ist.

Synthetisches Lernbeispiel

text METAR EDDV 121420Z 24015KT 220V270 9999 FEW040 18/10 Q1018 NOSIG

  • METAR: planmäßige Flugplatzwettermeldung; SPECI kennzeichnet eine besondere Meldung.
  • EDDV: ICAO-Ortskennung des meldenden Flugplatzes.
  • 121420Z: Beobachtung am 12. des Monats um 14:20 UTC.
  • 24015KT: Wind aus 240 Grad mit 15 Knoten.
  • 220V270: die gemeldete Windrichtung variierte zwischen 220 und 270 Grad.
  • 9999: vorherrschende Sichtweite 10 Kilometer oder mehr.
  • FEW040: ein bis zwei Achtel relevante Bewölkung mit Untergrenze in 4000 Fuß über dem Flugplatzbezug.
  • 18/10: Temperatur 18 Grad Celsius, Taupunkt 10 Grad Celsius.
  • Q1018: QNH 1018 hPa.
  • NOSIG: soweit eine Trendvorhersage enthalten ist, wird keine signifikante Änderung im zugehörigen Trendzeitraum erwartet.

Das Beispiel ist nicht als aktueller Wetterbericht zu verwenden.

Wichtige Bewölkungsgruppen

Übersicht zu Code, Bedeckungsanteil
CodeBedeckungsanteil
FEW1–2 Achtel
SCT3–4 Achtel
BKN5–7 Achtel
OVC8 Achtel

CB und TCU werden besonders gekennzeichnet. Aus ihrer Nennung folgt eine ernst zu nehmende Gefahrenlage; die operative Entscheidung erfordert jedoch vollständige Wetterinformationen, Verfahren und persönliche Minima.

CAVOK bedeutet nicht wolkenlos

CAVOK ersetzt Sicht-, RVR-, Wetter- und Wolkenangaben nur, wenn die festgelegten Bedingungen gemeinsam erfüllt sind. Dazu gehören mindestens 10 Kilometer Sicht, kein zu meldendes signifikantes Wetter und keine Bewölkung von flugbetrieblicher Bedeutung. Relevant ist dabei die höhere Grenze aus 5000 Fuß und höchster Sektormindesthöhe; CB oder TCU schließen CAVOK unabhängig von ihrer Höhe aus.

Darum kann oberhalb der maßgeblichen Grenze dennoch geschlossene Bewölkung existieren, ohne in der METAR zu erscheinen. CAVOK ist weder „wolkenlos“ noch automatisch „VFR für meine Route“.

METAR in eine Wetterentscheidung einordnen

Vergleiche Beobachtung und Alter mit TAF, GAFOR, Flugwetterübersicht, Radar-/Satelliteninformationen, Warnungen und alternativen Flugplätzen. Prüfe insbesondere Windkomponente, Sicht, Wolkenbasis, Temperatur/Taupunkt und signifikantes Wetter gegen Flughandbuch, Route und persönliche Grenzen.

Quellen und Aktualität

Für einen Flug gelten die aktuellen DWD-Produkte, amtlichen Wetterinformationen und die verantwortliche Entscheidung des Luftfahrzeugführers.

Fehlerbild

Was häufig schiefgeht

  • Einzelwerte decodieren, ohne Beobachtungszeit, Gültigkeit und räumlichen Bezug zu prüfen.
  • QNH, QFE oder Flugflächenbezug vermischen und dadurch Höhenangaben falsch einordnen.
  • Ein Lernbeispiel oder eine alte Meldung für die reale Flugvorbereitung weiterverwenden.
Transfer

Was du damit trainieren kannst

  • Wetterprodukt, Zeitbezug, Einheit und flugbetriebliche Bedeutung getrennt erklären.
  • Kritische Zahlen strukturiert hören, notieren und im passenden Funkkontext wiedergeben.
  • Erkennen, wann aktuelle DWD-, Flugplatz- oder Flugverkehrsdienstinformationen nötig sind.
Häufige Fragen

Kurzantworten zum Thema.

Die Antworten fassen den Artikel zusammen und führen bei veränderlichen Angaben zurück zu den aktuellen Primärquellen.

Was ist bei „METAR lesen: Wind, Sicht, Wetter, Wolken und QNH“ entscheidend?

METAR ist eine codierte Routinewettermeldung für einen Flugplatz. Sie beschreibt eine Beobachtung zu einem bestimmten Zeitpunkt, keine persönliche VFR-Freigabe und keine Streckenvorhersage. Ausgabefrequenz und Umfang ergeben sich aus dem meteorologischen Dienst und dem jeweiligen Flugplatz; „immer zur vollen und halben Stunde“ ist keine universelle Regel.

Wie gehe ich bei „METAR lesen: Wind, Sicht, Wetter, Wolken und QNH“ strukturiert vor?

Lies eine METAR von links nach rechts: Meldungstyp, ICAO-Ortskennung, Beobachtungszeit, Wind, Sicht, Wetter, Wolken, Temperatur/Taupunkt, QNH und mögliche Zusatz- oder Trendgruppen. Beurteile danach erst die Bedeutung für Route, Flugzeug und persönliche Minima. Eine einzelne METAR beantwortet nicht, ob ein kompletter VFR-Flug sicher durchführbar ist.

Was muss ich bei „METAR lesen: Wind, Sicht, Wetter, Wolken und QNH“ aktuell prüfen?

CB und TCU werden besonders gekennzeichnet. Aus ihrer Nennung folgt eine ernst zu nehmende Gefahrenlage; die operative Entscheidung erfordert jedoch vollständige Wetterinformationen, Verfahren und persönliche Minima.

Vom Wissen zum nächsten Schritt

Dieses Thema im Zusammenhang nutzen.

Öffne den übergeordneten Guide, sieh dir den passenden Produktbaustein an oder wähle den Lernweg für deine Situation.

Vom Fachwissen in die Funkpraxis

Verstehe den Funkfall. Trainiere ihn danach selbst mit FlyTalk.

FlyTalk verbindet BZF-Theorie, Prüfungsfragen und geführte Funkszenarien mit PTT, verständlichem Debrief und wiederholbarer Praxis auf Deutsch und Englisch – 24/7 ohne festen Kurstermin.