Die sechs Komponenten eines Funkspruchs — und warum die Reihenfolge zählt
Wer den Aufbau eines Standard-Funkspruchs nach NfL beherrscht, hat die halbe BZF-Prüfung schon bestanden. Hier kommt die Reihenfolge mit Erklärung.
Redaktionell verantwortlich: Christian Kirsch, Flytalk.ai.
Jeder Standard-Funkspruch im deutschen Flugfunk folgt einem festen Schema. Das Schema ist kein Selbstzweck — es macht den Funkverkehr für alle Beteiligten vorhersagbar und reduziert Missverständnisse auf der Frequenz.
Die sechs Komponenten in der Reihenfolge
- Anrufzeichen der gerufenen Stelle (z. B. "Braunschweig Tower")
- Eigenes Rufzeichen (z. B. "D-EZGG")
- Position oder Status (z. B. "Holding Point Bravo")
- Absicht (z. B. "ready for departure")
- Erforderliche Information (z. B. ATIS-Buchstabe)
- Höflichkeit/Schluss (z. B. "guten Tag")
Beispiel:
> Braunschweig Tower, D-EZGG, Holding Point Bravo, ready for departure, Information Charlie, guten Tag.
Warum diese Reihenfolge?
Der Lotse hört zuerst sein eigenes Anrufzeichen — und weiß sofort, dass jetzt eine Information für ihn kommt. Erst danach kommt dein Rufzeichen, weil er es zuordnen muss. Dann Position und Absicht, damit er prüfen kann: passt das in die aktuelle Verkehrslage? Erforderliche Information schließt mögliche Rückfragen aus.
Häufige Fehler in der Prüfung
- Eigenes Rufzeichen vor dem des Lotsen genannt — falsch.
- Absicht vor der Position genannt — Lotse fehlt der Kontext.
- ATIS-Buchstabe weggelassen — Lotse muss nachfragen.
- Höflichkeitsfloskel vor der Absicht — bricht den Lesefluss.
Quellen
- NfL 2024-1-3266
- BNetzA Rahmenstoffplan
- ICAO Annex 10, Volume II