Wilco, Roger oder vollständiger Readback — wann was zu sagen ist
Drei Bestätigungs-Formen, drei Anwendungsfälle. Hier ist die Entscheidungsregel, die in der BZF-Prüfung erwartet wird.
Redaktionell verantwortlich: Christian Kirsch, Flytalk.ai.
Die Frage "soll ich jetzt nur Roger sagen, oder den ganzen Funkspruch zurücklesen?" ist die häufigste Stolperfalle in der praktischen BZF-Prüfung. Die Regel ist klar — aber nirgends einheitlich aufgeschrieben.
Die einfache Faustregel
- Roger — wenn die Information rein passiv ist (z. B. Verkehrsmeldung). Bestätigt nur, dass du gehört hast.
- Wilco — wenn dir eine Anweisung gegeben wurde, die du befolgen wirst. Aber NICHT bei Höhen, Frequenzen, Squawks oder Freigaben.
- Vollständiger Readback — bei allen sicherheitsrelevanten Anweisungen.
Der Pflicht-Readback-Katalog (NfL 2024-1-3266)
Folgende Werte musst du IMMER zurücklesen:
- Höhenfreigaben (climb to FL080, descend to 3000 ft)
- Frequenzwechsel (contact Tower 118.6)
- Squawk-Codes (squawk 7000)
- Anflug- und Landefreigaben (cleared to land Runway 26)
- QNH (QNH 1013)
- Pisten-Bezeichnungen
- Rollwege
Beispiele
Falsch: > Lotse: D-EZGG, climb FL080. > Pilot: Wilco, D-EZGG.
Hier wird die Höhe NICHT zurückgelesen — Wilco reicht nicht.
Richtig: > Lotse: D-EZGG, climb FL080. > Pilot: Climb FL080, D-EZGG.
Falsch: > Lotse: D-EZGG, traffic 2 o'clock, 5 miles, opposite direction. > Pilot: Traffic 2 o'clock, 5 miles, opposite direction, D-EZGG.
Hier ist Roger ausreichend — das ist eine Verkehrsmeldung, keine Anweisung.
Richtig: > Lotse: D-EZGG, traffic 2 o'clock, 5 miles, opposite direction. > Pilot: Roger, D-EZGG.
Häufige Prüfungsfangen
Der Prüfer baut gerne eine Höhenfreigabe in einen Funkspruch ein, der ansonsten nach passiver Information klingt. Wenn auch nur EINE Höhe, Frequenz oder Squawk im Spruch vorkommt — vollständiger Readback.
Quellen
- NfL 2024-1-3266
- ICAO Annex 10
- Bundesnetzagentur: Prüfungsfragen BZF II und BZF I